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ÜBER 55 JAHRE GESCHICHTE RUND UM DEN OMNIBUS IN WANGEN

170 DS Taxi aus 1952
O 3500 aus Baujahr 1954
Setra S6 aus Baujahr 1958
MAN Lions Coach
Setra 416 GTHD
Neoplan Doppeldecker N 122

50 Jahre Sohler Reisen 1955 bis 2010.

Im Jahr 2010 jährt sich unser Betriebsjubiläum zum 55. Mal. Wir blicken zurück auf 55 interessante und spannende Jahre. Alles begann 1948, als Werner Sohler mit seiner Frau Rosemarie gerade ein Jahr verheiratet war.

Mit einem Opel P4 mit Holzgaser, ( wurde aus Treibstoffmangel hinten an das Fahrzeug angebaut und mit Holz beheizt) den Werner Sohler mit in die Ehe einbrachte, wurden erste Taxi- und Krankenfahrten unternommen. Kurze Zeit später wurde der Opel gegen einen Mercedes Benz vom Typ 260 D ausgetauscht, der mit 6 Plätzen besser als Taxi geeignet war und einen Dieselmotor besaß.

Der Betrieb lief und so konnte man sich Anfang 1954 schon ein neues Fahrzeug vom Typ 170DS kaufen. Dieses Fahrzeug wurde zur damaligen Zeit schon fast als Omnibus eingesetzt, waren doch nicht all zu selten bis zu 10 Handballer auf ihren Spielen damit unterwegs. Die Fahrgastzahlen stiegen merklich an und so entschied man sich bald zum Kauf eines VW Samba mit 9 Plätzen. Dieser schon luxuriöse Kleinbus mit Faltdach und Panoramaverglasung wurde zu Fahrten bis nach Italien eingesetzt. Er wurde liebevoll das "Allgäu Büble" genannt und oft von Rosemarie Sohler gefahren.

1995 restaurierten wir zum 40 jährigen Jubiläum einen baugleichen 170DS, den wir heute noch als Hochzeitsauto vermieten.

1955 kam der Drang nach Größerem, der Gedanke nach einem Omnibus wurde laut. Doch woher soviel Geld nehmen? Ein entfernter Onkel aus Kronau bei Mindelheim gab nach langem Suchen dem jungen Unternehmerpaar einen Kredit. Der Weg war frei und so wurde noch im selben Jahr ein neuer Reisebus der Marke Mercedes Benz Typ 321H bestellt und zugelassen.

Das Omnibusunternehmen Werner Sohler Wangen war gegründet.

Der Betrieb bestand 1955 aus einem PKW, einem VW Kleinbus und dem neuen Mercedes Reisebus. Schon 2 Jahre später wurde der Werksverkehr der Firma Erba übernommen und mit der Fahrleistung auch ein Magirus Schnauzer Omnibus mit Kässbohrer Aufbau, der „Büchsanwagen“ genannt wurde, da der Aufbau aus Büchsenblech ( Aluminium) gefertigt war. Bald musste noch ein weiterer Omnibus gekauft werden um den Werksverkehr aufrecht erhalten zu können. Ein Mercedes O 319 mit 24 Sitzplätzen und Faltdach, der den Namen "Via Mala Express "bekam.

Mit viel Erfolg und Engagement wurden schon damals “Fernfahrten“ nach Italien und sogar bis nach Spanien unternommen. Es war ein echtes Abenteuer, auf oft kleinen und schwierigen Pässen und Straßen die Alpen zu überqueren und es gab noch längst kein so gutes Fernstraßen und Autobahnnetz wie heute.

Zur damaligen Zeit besaß die Firma noch keine Halle, sondern stellte die Fahrzeuge am Festplatz in Wangen ab. Später gab es dann bis 1970 im Nieratzerweg einen Holzschopf, in dem zwei Omnibusse abgestellt werden konnten. Die technische Entwicklung im Omnibusbau ging weiter und so wurden bis 1964 alle Fahrzeuge gegen Kässbohrer Setra Omnibusse des Typ S 6, S 9 und S10 ausgetauscht.

Durch die neue selbsttragende Konstruktion wurde das Reisen im Omnibus viel angenehmer. Als Werner Sohler Jun. 1964 als Lehrling im Ulmer Kässbohrer Werk arbeitete, konnte er den Bau eines neuen Setra S12 für unseren Betrieb selbst am Band verfolgen. Als 1966 der Fuhrpark der Omnibusfirma „Merk Reichenhofen“ zum Verkauf stand, wurde dieser mit den Linien übernommen. Erstmals wurden hier reine Linienbusse vom Typ Mercedes O 321 in einer langen und kurzen Bauart eingesetzt. Waren doch bis dato Linien und Reisebusse nicht getrennt gewesen. Einer der beiden O 321 hatte das Kennzeichen WG- U.... und gab der Linie Wangen Leutkirch bis heute den Namen U-Kurs . Kaum war der Aufkauf verdaut, stand die Firma "Steig Ein" zur Disposition und auch hier konnte man 1968 einen Teil der Linien und Fahrzeuge übernehmen. Unter anderem einen der ersten Neoplan Doppeldecker mit Jägermeister Reklame und Sitzplätzen. Zur damaligen Zeit ein riesiges Fahrzeug.

Als Werner Sohler jun. mit seiner Frau Gisela 1970 in den elterlichen Betrieb einstieg, wurde das heutige Firmengrundstück in Hiltensweiler bei Wangen gekauft. Die Wirtschaft Krone wurde weiterbetrieben. Noch lange gab es keine Halle oder Reparaturgrube. Die Fahrzeuge wurden bei Wind und Wetter im Freien repariert. Damals diente der Kellerabgang als Notgrube. Wenn man sich vor Augen hält wie schlecht es damals um unser Omnibusmaterial stand, eine unglaubliche Leistung, die nur durch die Mithilfe vieler Freunde und Bekannten erfüllt werden konnte. So fuhr Fritz Bernhardt damals einige Male mit seinem Unimog bis nach Tusis in der Schweiz um unseren Setra S 11, der einen Motorschaden hatte, nach Hause zu schleppen.

Auch unsere Fahrer wie Franz Kiechle, Felix Fluhr, Edi Riedesser und viele andere, waren halbe Mechaniker, die mit vollem Einsatz dabei waren. Alles wurde besser. Die Baureihe 100 von Setra war viel zuverlässiger und mit unserer in der Zwischenzeit funktionierenden Werkstatt konnten auch diese Probleme bewältigt werden. So wurden zwischen 1970 und 1974 alle Reisebusse verkauft und Fahrzeuge Vom Typ Setra S 80, S 120 und S 150 gekauft. Unter anderem ein Setra S150 von Ova Aalen mit WC und Klimaanlage ( diese wurde von einem extra Motor im Kofferraum angetrieben!).

Ein neues Design hatte für Aufsehen gesorgt: alle Busse wurden erstmals mit der gleichen Lackierung versehen. Dem „Papagei- Design“ mit vielen Streifen in rot, gelb, grün, und orange.

1975 /76 war es endlich soweit. Der Hallenbau wurde in Angriff genommen. Eine gebrauchte Halle der Firma Hölz wurde von Roland Schmid umgeplant, so dass sie für unseren Betrieb passte. Wieder waren alle Fahrer und Bekannte mit am Werk und nach über einem Jahr Bauzeit konnten unsere Omnibusse in der eigenen Halle repariert, gewartet und geparkt werden. Schon damals dachte man sehr weit und legte die Halle auf eine Kapazität von 18 Fahrzeugen aus. Zur gleichen Zeit wurden erste Überlegungen getätigt eine eigene Tankanlage zu installieren, welche noch im gleichen Jahr gebaut wurde. Durch den Hallenbau und die Weiterentwicklung des Betriebes kam die Wirtschaft immer mehr ins Nachsehen und wurde 1976 erst verpachtet und zwei Jahre später geschlossen.

1980 kam es dann wohl zum spektakulärsten Fall in der Geschichte unserer Firma. Auf einen unserer Reisebusse wurde in der Nacht zum 09. März 1980 in Südtirol ein Sprengstoffanschlag verübt. Der Omnibus war mit 50 Reisegästen nach Selva Wolkenstein zum Skifahren gefahren und wurde in der Nacht vor dem Hotel gesprengt. Obwohl es offensichtlich war, dass es sich um einen Anschlag handelte, wurde der Omnibus in Bozen bis aufs Kleinste gereinigt und ein neues Gutachten erstellt, in dem es hieß, ein technischer Defekt in der Luftanlage des Fahrzeuges hätte den Schaden angerichtet. Leider war damals Italien noch sehr weit entfernt und so konnte kein Einspruch gegen dieses Gutachten gestellt werden. Die Firma Setra, welche den Bus wieder reparierte, war sich sicher, dass es sich um eine Sprengladung gehandelt hat. Eine kuriose Geschichte, die aber ein Gutes hat: Es wurde niemand bei diesem Anschlag verletzt. Kaum war diese Geschichte vergessen, ging es wieder steil bergan.

Neuere Omnibusse der Baureihe 200 wurden gekauft. Das erste Fahrzeug war ein roter S215 HD von der Firma Vorderobermeier mit einem 10 Zylinder V10 Motor mit 320 PS Leistung, Klimaanlage, WC und 50 Schlaffsesseln. Es folgten weitere 215HD und ein Clubbus S208. In dieser Zeit entstand ein reger Handel mit O 305 der Hamburger Stadtwerke, welche wir in größeren Mengen aufkauften, aufarbeiteten und weiterverkauften. Durch diesen Handel wurde unser Linienfuhrpark wesentlich verbessert und auch unser gesamter Betrieb gestützt.

1984 wurde wieder ein Schritt gewagt. Wir kauften den ersten Reisedoppeldecker im oberschwäbischen Raum. Einen Setra S228DT der Firma Tijerebourg. Dieser hatte in nur 1 Jahr und 5 Monaten die unglaubliche Laufleistung von 320000 Kilometern hinter sich gebracht und wurde auf einer Leerfahrt von Wien direkt auf der Autobahn mit vollem Kühlschrank übernommen. Da der 3-Achser-Doppeldecker sehr gut ankam, folgte schon im nächsten Jahr ein Setra S216HDS mit 55 Sitzplätzen und dem größten Kofferraum, den es bis dato gab......



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